Die Griechen verehrten nicht - wie bei Juden oder Christen - einen einzelnen Gott, sondern viele Götter, die eine große Götterfamilie bildeten. Sie wohnten, wie Sagen und Erzählungen berichten, auf dem Olymp, einem hohen und schneebedecktem Berg im Norden Griechenlands.

Zeus
Hera
Ares
Hephaistos
Aphrodite
Poseidon
Athene
Dionysos
Apollon
Demeter
Hermes
Hades
Hestia
Janus
Artemis
Kapitolinische Trias
Zeus Nach oben
Zeus war der Herrscher unter den Göttern. Er wurde "Vater aller Götter und Menschen" genannt und sein Wirken bezog sich auf die Gesamtheit des Weltgeschehens als "Verwalter" des Schicksals (fatum). Seine Mutter war Rhea, sein Vater Kronos. Kronos verschlang seine Kinder immer, weil er einen Aufstand von ihnen fürchtete. Seine Frau jedoch beschützte Zeus und gab Kronos einen mit Windeln umwickelten Stein zum Verschlingen. Rhea war noch die Mutter von weiteren Göttern: von Hestia, Demeter, Hera, Hades, Poseidon und Zeus.
Zeus wurde auf Kreta geboren. Er war der Gott der Himmelshelle und wurde deshalb auf höher gelegenen Orten und Hügeln verehrt. Als oberster Gott des Himmels ist er als Wettergott für Regen, Schnee, Hagel und Gewitter verantwortlich. Er wird deshalb auch fast immer mit Donnerkeilen abgebildet, die unfehlbare Waffen darstellten. Er war aber auch für das gute Wetter zuständig.
In einem gewaltigen Kampf - unterstützt von den Kyklopen - überwanden Zeus und seine Geschwister ihre unter der Führung des Kronos kämpfenden Gegner, die Titanen, und traten nun die Weltherrschaft an. Zeus, Poseidon und Hades einigten sich bei der Aufteilung der Herrschaft über Himmel und Erde, Meer und Unterwelt. Kronos und die Titanen wurden in den Tartaros (Unterwelt) gestürzt.

Hera Nach oben
Seine Frau hieß Hera und war auch gleichzeitig seine Schwester (was nicht unüblich war). In einem einzelnen Mythos hatte Zeus auch eine andere Frau, Dione. Zeus war nicht gerade treu, sondern hatte mehrere Liebschaften, aus denen weitere Götter entstanden.
Hera war die Frau des Zeus. Ihr Name ist die weibliche Form von "Heros", was übersetzt "Herrin" bedeutet. Hera wird als häufig eifersüchtige Frau beschrieben, wozu sie auch allen Grund bei ihrem Mann hatte. Hera war die Beschützerin der Ehe und wurde besonders von den Frauen in der gesamten griechischen Welt verehrt. Sie besaß viel Tugendhaftigkeit, unterstützte ihren Mann, übte jedoch Rache an seinen Liebschaften. Hera und Zeus haben gemeinsam drei eheliche Nachkommen, Ares, Hephaistos und Hebe.

Ares Nach oben
Ares ist der eheliche Sohn von Zeus und Hera. Ares war der Kriegsgott der Griechen und fand am Kampf und Blutvergießen richtig Vergnügen. Er stachelte den Kampfgeist in den Kriegen sogar noch an (göttlicher Raufbold). Ares war nicht verheiratet, hatte aber häufig Liebschaften mit Frauen, darunter auch mit Aphrodite, der Frau von Hephaistos. Diese Liebschaft hatte jedoch ein schnelles Ende, als der Sonnengott Helios dieses Verhältnis Hephaistos mitteilte und dieser Ares und seine Frau in unsichtbare Ketten legte, als sie wieder gemeinsam auf dem Bett lagen: Von den Göttern wurde Ares nur ausgelacht.
Bei den Römern war nach Mars (Martius) der erste Monat des altrömischen Kalenders benannt. Nach Jupiter war er der größte Gott der italischen Völker. Vor jedem Feldzug wurden ihm als Kriegsgott Waffen und Kriegsgeräte geweiht.

Hephaistos Nach oben
Hephaistos war ein Sohn der Hera. Nach einigen Mythen war er auch der Sohn des Zeus, nach anderen soll ihn Hera ohne männliche Hilfe zur Welt gebracht haben. Er war der Schmied und Metallgießer unter den Göttern. Er wird als hässlich und hinkend geschildert. Trotzdem wurde er aber in der Familie der starken und schönen Götter anerkannt, weil er ein geschickter Schmied und Handwerker war und so seinen Verwandten gute Dienste leisten konnte. Seine stark ausgebildeten Arme und Schultern ließen ihm die Fähigkeit, ein guter Schmied zu werden, da er dabei nicht viel laufen musste. Bei seiner Tätigkeit als Schmied verlor er durch Funkenflug ein Auge. Zudem war er mit der schönsten Göttin, Aphrodite (Göttin der Liebe) verheiratet.

Aphrodite Nach oben
Aphrodite war die Göttin der Liebe und mit großem Abstand die schönste Göttin. Sie spendete außerdem Fruchtbarkeit und Schönheit und wurde häufig mit einem lieblichen oder spöttischen Lächeln dargestellt. Sie war die Tochter von Zeus, ihre Mutter angeblich Dione. Aber auch hier gibt es mehrere verschiedene Quellen. Sie war verheiratet mit Hephaistos, dem lahmen, hässlichen Schmied. Sie war keine treue Gattin (Sage mit Ares!) und handelte häufig verantwortungslos. Mit Ares hatte sie zwei uneheliche Kinder. In ganz frühen Geschichten wurde sie auch als grausam und lächerlich dargestellt, was sich aber später änderte. Sie wurde zur obersten zeugenden Kraft.

Poseidon Nach oben
Mächtig und seinem Bruder Zeus fast gleichgestellt war der Meeresgott Poseidon, ursprünglich der Gott des Süßwassers. Sein Name bedeutet "Herr der Erde". Er wühlte oder glättete mit seinem Dreizack das Meer und alle anderen Gewässer. Er wurde auch Erderschütterer genannt, denn er war Urheber der unberechenbaren Naturgewalten wie Erdbeben und Sturm. Poseidon war der ältere Bruder von Zeus. Auch er liebte mehrere Frauen und hatte zahlreiche Nachkommen. Seine Gattin war Amphitrite, mit der er auch eheliche Kinder zeugte. Sie war die Beherrscherin der Meere. Poseidon besaß, wie alle Meeresgötter, die Fähigkeit, seine und die Gestalt von anderen zu ändern. Er verwandelte z.B. eine von ihm geschwängerte Frau in einen Mann, die bzw. der dann kein Kind mehr bekam. Andere machte er unverwundbar (darunter auch seinen Sohn) oder verwandelte sie in eine Wasserquelle.

Athene Nach oben
Athene war auch eine Tochter des Zeus. Sie war die Schutzgöttin von Athen. Auch ihr Name weist auf diese Stadt hin. Ihr zu Ehren entstanden viele Tempel. Sie war außerdem Schutzgöttin des Krieges, der Weisheit und der Künste. Athene wurde nicht von einer Frau geboren, sondern entsprang - nach einer Sage - erwachsen und kriegerisch dem Haupt von Zeus, wobei Hephaistos (der Schmied) mit der Axt bei der Geburt etwas nachhelfen mußte. Athene lehrte auch kluges Planen und viele Handwerkskünste. Sie wird häufig in voller Rüstung mit einem Helm, Schutzschild und Speer dargestellt.

Dionysos Nach oben
Dionysos war ein wichtiger Gott, nämlich der Gott des Weines. Er zog mit einem von Panthern gezogenen Wagen mit wilden, trunkenen Begleitern durchs Land. Ihm haftet auch etwas Unheimliches an, weshalb er auch erst etwas später unter die griechischen Staatsgötter aufgenommen wurde. Ursprünglich mag er ein Gott des Getreides und der Landwirtschaft gewesen sein. Auch über ihn gibt es viele Sagen, in denen er Frauen verführte und dabei auch einige Male Vater wurde. Er wurde häufig mit Weinreben und entsprechendem Krug dargestellt, nicht selten auch gerade trinkend.

Apollon Nach oben
Apollon war der Gott der Künste und Musik. Ebenso war er der Gott des Bogenschießens und der Medizin. Er beschützte die Hirten vor deren größtem Feind, dem Wolf. Auch schien er einmal ein Gott der Sonne gewesen zu sein. Er war ein unehelicher Sohn von Zeus. Seine Mutter war Leto, die in der ganzen Welt einen Platz suchte, um ihn zu gebären. Aber niemand gab ihr Schutz, weil alle die Rache von Zeus Gemahlin Hera fürchteten. Apollon hatte eine Zwillingsschwester, Artemis.

Demeter Nach oben
Demeter war die Göttin des Ackerbaus und Beschützerin der Fruchtbarkeit. Ihre Eltern waren Kronos und Rhea. Ihr Name bedeutet "Mutter der Erde". Durch ihren Bruder Zeus wurde sie mächtig. Demeters Tochter Persephone wurde von Hades als Braut in die Unterwelt entführt. Nachdem Demeter gehört hatte, was ihrer Tochter widerfahren war, verließ sie den Olymp, wanderte ratlos umher und schickte Dürre und Hungersnöte. Boten des Zeus weist sie ab, bis Hermes Persephone aus der Unterwelt zurückholt. Hades gibt der scheidenden Gemahlin jedoch einen Granatapfel zu essen, um sie dadurch für immer an die Unterwelt zu fesseln. Durch Vermittlung des Göttervaters kommt ein Vertrag zustande, nach dem Persephone ein Drittel des Jahres in der Unterwelt, die übrige Zeit bei den Göttern im Olymp zubringen soll.

Hermes Nach oben
Hermes war der Götterbote, speziell der Bote von Zeus. Er war auch der Beschützer der Reisenden, Glücksbringer und Schutzgottheit der Diebe und Kaufleute. Als Gott der Reisenden soll er Steine in deren Weg entfernt haben. Zu seinem Gedächtnis errichteten die Griechen an vielen Straßen Denkmäler für ihn, die häufig nur ein Steinhaufen mit einer Säule waren. Er war auch einer der vielen Götter der Fruchtbarkeit. Auch unter den Sportlern wurde er verehrt und war häufig als Statue auf Sportanlagen zu sehen. Auch Hermes ist ein uneheliches Kind von Zeus mit der Nymphe Maja. Angeblich ist das Kind in der Morgenfrühe geboren worden und noch am gleichen Tag am Mittag verließ das Kind laufend die Geburtshöhle, er war also außerordentlich frühreif.
Hades Nach oben
Hades bzw. Pluton war der Herrscher der Unterwelt und herrschte dort über die Seelen der Verstorbenen. Pluton bedeutet auch "der Reiche", weil man glaubte, daß er auch Wohlstand bringen würde. Er war ein Sohn von Rhea und Kronos und somit ein Bruder von Zeus. Sein Name brachte angeblich Unglück und wurde deshalb so wenig wie möglich gebraucht. Pluton wurde häufig als grimmige und kalte Gottheit dargestellt.
Hestia Nach oben
Hestia war die Göttin des Herdes und der Häuslichkeit. Sie war die älteste der drei Töchter von Rhea und Kronos und somit auch eine Schwester von Zeus. Obwohl sie Poseidon und Apollon als Gatten haben konnte, blieb sie unvermählt. Sie selber war jungfräulich.
Janus Nach oben
Janus, einer der ältesten italischen Götter, wurde in Gebeten gemeinsam mit Jupiter angerufen. Der doppelkäpfige Gott ist der Gott der Anfänge. Nach ihm ist der Monat Januar benannt.
Artemis Nach oben
Artemis war Göttin der Hirten, Jagd und Bogenschützen. Sie war auch Beschützerin der Kinder, Schwachen und in erster Linie der Tiere. Sie selber war eisern jungfräulich und strafte jeden, der diesen Zustand ändern wollte. Sie war außerdem eine weitere Fruchtbarkeitsgöttin und Beschützerin des ungeborenen Lebens. Sie war die Tochter von Leto und die Zwillingsschwester von Apollon.
Kapitolinische Trias Nach oben
Die Kapitolinische Trias: Zusammen mit Iupiter Optimus Maximus wurden im Tempel auf dem Kapitol Juno und Minerva als Schutzgötter Roms verehrt.